kommt, da eben dasjenige, was von der Freyheit ausgeht,moralisch heißt, und die Entwickelung ihres Begriffs dieeigentliche Aufgabe dieser Wissenschaft ist. Sonst wärenjene Ausdrücke so pleonastisch und verwerflich als die, jüngst,hin wieder besprochene „transcendentale Freyheit".Wenn dieses neue (Kantische) Schulwort weder ein Forma-les, ein Logisches oder Aesthetisches dieser Art, noch einphysisch Reales bedeutet; so ist ohne Zweifel die Freyheitals solche ein Transcendentales, wie ein UeberstnnlicheS:und was könnte das Wort sonst bedeuten, wenn nicht etwadamit, unter dem Namen „Formen des Verstandes" undselbst der „Sinnlichkeit", ein neues spekulatives'Spiel aufge-sührt werden sollte? Welch ein „s priori" könnte da Her-vorkommen! Vordringend mit diesem dialektischen Scheine,könnte der Verstand desto eher die Freyheit aufheben, möchtedie Verstandeöansicht nunmehr nach Leibnitz*) oder nachSpinoza vornehmlich gebildet scyn. Auch diesem speku-lativen Blendwerke und scholastischen Gewirre kann, meinesErachtens nach jeder weiteren Prüfung, nicht von GrundauS abgeholfen und vorgebeugt werden, wofern nicht jeneGrundbestimmung in Betreff des Realen und Formalen vorAllem bestimmt erfasset und durchgeführt wird. Wennübrigens z. B. die Sachwissenschaft in die Vernunft - undNaturwissenschaft, aber das Sachvermögen nicht bloß indas Vernunft - und Naturvermögen abgetheilt worden,sondern zur Vernuft als Vermögen noch das Gefühls-undFrcyheitsvermögen **) ausdrücklich hinzugekommen sind!so ist es eben deßhalb gewesen, weil dort zuvörderst nurdie objektive Ansicht, hier aber selbige in Betreff des Gei-
*) Hohe Achtung seinen Verdiensten! Aber hat er nicht, in Absichtdes Intellektualismus, auch dem Aristoteles nach-, undWolf vorgearbeitet?
") Wenn dieses Wort erlaubt ist, etwa mit Hinsicht auf die sub-jektive Freyheit, d. i. die erworbene, oder Freyheit im bemerk-te» Gegensatz« mit der Unfreyheit und so ohne Deynamen!