153
Dinges sich wesentlich unterscheidet. Aber freylich wo nur„quantitative Differenz" angenommen wird: da ist, wiejeder Sachunterschied aufgehoben, so dann im Grunde auchnur Eine und dieselbe „Güte" gesetzt. Zm letzten Fallefindet sich da wieder die Vermischung und Verwechselungdes poetischen und erbaulichen Standpunkts mit dem wissen-schaftlichen, während nach jenem alten Schulgebilde „Sub-jekt und Objekt" ein neues logisches Spiel aufgeführt wird.Und der Füngling, auf dieser Altersstufe und mit dieserVorstimmung von Seiten der Phantasie und Poesie, istfreylich für eine solche Art von Lehre und Darstellung un-ter dem Namen Philosophie sehr empfänglich. Aber wasmuß folgen? Und was kann selbst in Absicht des mächtig-sten Naturtriebs erfolge», nachdem das eigentlich (!) „Rea-le" in die Natur --- Physis gesetzt worden? Auch der ju-gendlichen Sophisterey ist sonach ein Grund gegeben. Nichtallein negativ, indem der wesentliche Unterschied zwischendem Uebersinnlichen und Sinnlichen und dann selbst zwischendem Moralischen und Physischen nicht erfaßt wurde, hatdas Fdentitätssystem sehr geschadet: es hat, auf solcheWeise, auch positiv und zwar schrecklich gewirkt. (WelcheThatbelege könnten angeführt werden!) Und diese Lehre,die man die All- Eins-Lehre genannt hat, sollte noch im-mer mit der Miene und im Ernste der Wissenschaft auftre-ten können, und sogar, in einem gewissen Bunde mit My-stik, Möncherey und Pfafferey, einen neuen Schwung er-halten? — Wenn übrigens ein praktischer Schriftsteller,z. B. Ewald, sagt: „Der Sinn für das Wahre, Rechteund Gute liegt in jedem Menschen"; so verdient der Aus-druck eine schonende Auslegung; und eS wäre wohl auchPedanterie, wollte man diese Verwechselung der Anlagemit dem Sinne rügen. Eben weil zwischen dem Uebersinn-lichen und Sinnlichen kein feindlicher Gegensatz ist, warauch in Betreff des Wortes Sinn jene Uebertragung mög-lich. Und wie im Kreise der Subjektivität, d. i. der han-delnden Menschheit, die Einheit praktisch (durch die unter-