Druckschrift 
Ueber Freiheit und Nothwendigkeit aus dem Standpunct christlich-theistischer Weltansicht : eine philosophisch-theologische Untersuchung
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

nisch-Thomistischen Einwurf, daß Gottes Macht nichtunumschränkt sein würde, wenn seiner Gnade könnte wi-derstanden werden (graüa irresistidilis, Fr-acs sol>6-Sollte er aber alles Bisherigen ungeachtet dochnoch dem Einen oder Andern auf dem Herzen liegen, sosei er hiemit noch insbesondere deswegen als unlogischzurückgewiesen, weil mit einer Bedingung des göttlichenWirkens außer Gott nur dann eine Einschränkung fürGott gesetzt sein würde, wenn diese Bedingung außerGott nicht zu gleicher Zeit in Gott gegründet und einevon ihm selber sich gesetzte wäre. Ist es aber Got-tes eigner Wille, daß Selbstständigkeit außer ihm da sei,die seinem Gesetz wie seiner Gnade eben so sehr zu wider-streben vermag als zu gehorchen, wer hat noch etwas da-gegen einzuwenden, wenn er nicht Verstand genug hat,Gott gerade darum anzubeten?

Noch einmal also, diese Freiheit haben wir gerettet.Wir wiederholen es, nicht uns großes Verdienst darauszu machen, sondern um allen Ausweg zur Vertheidigungeiner Lehre zu versperren, die wir für eine der größtenSünden und Absurditäten halten, die in der Dogmenge-schichte begangen worden sind. Denn ist der Mensch frei,auch von Natur, auch als gefallener frei, eben darumweil er Mensch ist, so ist auch der Rathschluß Gottes miteinem Jeden durch diese Freiheit bedingt, und insofernwie jenes Deeralnni .-»Ksoluurm als ungereimt ab-