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Ueber Freiheit und Nothwendigkeit aus dem Standpunct christlich-theistischer Weltansicht : eine philosophisch-theologische Untersuchung
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wirklich der eigne Wille des Menschen sei, der sich hierder Sünde, dort der Gnade ergebe. Allein worin inaller Welt besteht denn dieser Wille, wenn er nicht zuunterlassen vermag was er thut? Er ist ja dann ein blo-ßes Wort ohne alle Bedeutung, wenigstens von derSelbstthätigkeit einer Pflanze dem Wesen nach d. h. spe-cisisch (denn daß außerdem, braucht der kluge Calvin Kei-nem zu sagen) in rein nichts unterschieden. Sie appelli-ren an die Thatsache des Schuldbewußtseins. Aber ge-rade was sagt dies Anderes, als daß die Sünde unterblei-ben konnte, und konnte sie es nicht, ungeachtet sie noth-wendig geschah, wie wäre sie dann überhaupt nochSünde, und alle Schuld was wäre sie Anderes als einSchreckbild des thörichtsten Aberglaubens?

Das also, wodurch alle Moralität des Menschen erstmöglich wird, jene nothwendige Voraussetzung, ohnewelche cs verstandlos ist von Verdienst oder Schuld, vonLohn oder Strafe zu reden, die Freiheit, diese habenwir unbeschadet alles dessen, was Vernunft und Erfah-rung nicht weniger als das positive Christenthum vonGott und dem Menschen lehren, für das System unsrerBegriffe gerettet.

Denn kaum fürchten wir etwa noch jenen Augusti-

wie namentlich er nur aus Mangel an Dialektik im Gegen-satz zu einem Erasmischen Christenthum durch seinen praktischenTakt sich zugleich zu den Harten der Prädestinationslehre verleitenließ.