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wollt sein, so daß er also in jedem Augenblicke, wo ersündigt, ebensowohl nicht zu sündigen vermag — nichtwenn oder wann, sondern weil Gott dies will.
Und welcher Schristgelehrte möchte es unternehmen,von dem, was hiemit u xi-iorl feststeht, das Gegentheil alsBibellehre darzuthun? Wir sehen dieser Exegese getrostentgegen. Daß aber nur Keiner mit Stellen komme,welche die Sünde des natürlichen Menschen für nothwen-dig erklären, da wir eben schon oben bewiesen haben, daßdurch die Nothwendigkeit die Freiheit nicht ausgeschlossenwird, unter welcher Voraussetzung diese Stellen, ohnedaß ihnen durch philologische Kunstgriffe Gewalt ange-than wird, überhaupt erst verständlich werden. Niemandhalte uns daher auch etwa jene succeffive Heilsordnungvor, in die wohl die Dogmatik einer beschränkten Ortho-doxie, aber nicht Gott jedes Menschenherz so unbedingtkann einzwängen wollen. Denn in einem Momentevermag der Geist Gottes den Menschen neu zu machen,und wenn es nicht geschieht, so ist der Grund davon nurinsofern göttlicher Wille, als es zugleich die eigne Schulddes Menschen ist. Niemand endlich berufe sich ebendes-halb etwa darauf, daß doch so Vielen geradezu die Mit-tel vorenthalten seien, deren Ergreifung ein heiligesLeben erst möglich mache. Denn die Geschichte des Men-schen als Individuum wie als Geschlecht ist eben so sehreigne That desselben als sein Schicksal, und die göttlicheFührung eines Jeden hat dessen Freiheit zur beständigen