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Ueber Freiheit und Nothwendigkeit aus dem Standpunct christlich-theistischer Weltansicht : eine philosophisch-theologische Untersuchung
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Sagt also Einer, die Freiheit sei ihm etwas unmit-telbar Gewisses und brauche ihm nicht erst bewiesen zuwerden, wohl, so ist ihm dazu zu gratuliren. Sagter aber, sie könne nicht bewiesen werden, so weiß er nicht,was er sagt. Ja, könnte sie nicht bewiesen werden, sowäre auch Niemand mehr zur Anerkennung der Freiheit zubringen, der sie einmal leugnet, und jedes Bemühn zudem Ende wäre nicht bloß nichtig in sich selbst, sondernunredlich sogar. Da es aber bekanntlich nichts Unerhör-tes ist, daß Leute, welche erst die Freiheit geleugnet hat-ten, nachher sie behaupteten, Niemand aber etwas sürwahr halten kann, was er zuvor für unwahr hielt, ohnedurch einen Grund dazu bewogen zu sein, endlich dieserGrund doch nicht allemal für ein Schein- oder Truggrunderklärt werden kann: so ist er auch in jedem Falle, woer dies nicht, sondern wahr und zureichend ist, in Be-ziehung auf die mittelst seiner gewonnene Ueberzeugungunstreitig als vollgültiges Argument anzusehn.

Denn nach einer sogenannten einzigen, obersten undunbedingten Wahrheit, aus der sich alle durch sie bedingteanalytisch deduciren ließe, kann ja doch vernünftigerweisegar nicht die Frage sein, wenn und wiefern etwas bewie-

Objccts überhaupt liegt dessen Erkennbarkeit. Näheres darüberweiter unten. Vielleicht ist Einigen indcß hier wenigstens nochdurch die Frage beizukommen, wie denn Wahrheiten in ratio-nalem Zusammenhänge sieben können, ohne selber rational zusein?