Mag sich nun auch übrigens diese Möglichkeit aussubjektiven (das heißt aber nicht etwa im Wesen desmenschlichen Geistes nothwendig gegründeten, sondernzufälligen, individuellen) Ursachen nur schwer und we-nigstens verhaltnißmäßig nur zu einem geringen Stück-werk realisiren lassen, so macht sie dies doch objectivebensowenig zweifelhaft, als speculative Blendwerke undVerirrungen, die sich auf sie berufen. Auch wird dasGebiet des Glaubens nicht im mindesten dadurch be-schränkt oder gefährdet, und nur diejenigen können solcheBesorgniß hegen, welche nicht bedenken, daß der Glaubeder Natur der Sache nach unmöglich dem Begriff unddem Wissen, sondern allein der Anschauung cntgegen-stehen kann *).
*) Der Glaube Ist eine entweder unmittelbare oder durchGrunde vermittelte und auf einem Act des Willens, auf freierAnerkennung beruhende objektive Gewißheit, die sich auf etwasMateriales bezieht, wiefern dasselbe nicht Gegenstand der An-schauung ist. Was man glaubt, wirklich, lebendig glaubt, dasweiß man auch nothwendig, wenn dieser Glaube nicht Aberglaubeist, sondern Wahrheit enthalt. So weiß der Christ, obwohl es Ge-genstand des Glaubens ist, daß denen, die Gott lieben, alleDinge zum Besten dienen. Er weiß, daß sein Erlöser lebt. Erweiß, daß er auferstehen wird, u. s. w. Und er kann dies alleswiederum nur insofern glauben, als er zugleich bestimmte Vor-stellungen und Begriffe damit verbindet. An ein Object glaubenwollen, ohne cs zu denken, ist etwas so Widersinniges, daß manbillig darüber erstaunen muß, wie jemals Verstand und Glaubeeinander entgegengesetzt werden konnten- Schon im Begriff des