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Ueber Freiheit und Nothwendigkeit aus dem Standpunct christlich-theistischer Weltansicht : eine philosophisch-theologische Untersuchung
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Ebenso läßt sich der Vorstellung, welche die Freiheitin das Vermögen setzt, sich unabhängig vonsinnlichen Impulsen zu bestimmen, mit Rechtentgegnen, ob man denn abhängig von sinnlichenImpulsen sich etwa nicht frei bestimme, oder aber(je nachdem der Ausdruck gedeutet wird) ob die Freiheitetwa bloß Abhängigkeit von sinnlichen, nicht abervon andern Impulsen ausschließe, die denn aber freilichganz sonderlicher Natur sein müßten, oder ebendeshalbob es etwa gar zur Freiheit gehöre, sich überhaupt ohneImpulse zu bestimmen, in welchem Falle denn frei han-deln so viel als gar nicht handeln wäre.

Denn endlich wird der Begriff der Freiheit ganz ver-fehlt, wenn man sie für das Vermögen ausgiebt, ei-nen Zustand von selbst schlechthin anzufan-gen, so daß nichts vorhergehe, wodurch eine solche Hand-lung selber wieder bestimmt wäre. Ein solcher Freiheits-begriff kann sich freilich vor der Kritik nicht halten. Dennwenn zu einex freien Handlung erforderlich ist, daß sienicht wieder von einer andern abhängig und durch sie be-dingt sei, so hat sie auch mit dem ihr vorhergehende»Zustande des Handelnden keinen Zusammenhang undstreitet also allerdings gegen das Causalgesetz *). Allein

*) Bekanntlich gründet Kant darauf seine dritte Antinomie,in der er zu zeigen bemüht ist, daß die Spekulation uns ebenso»ölhige, Freiheit in der Welt anzunehmen, als zu leugnen- Wie