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es tugendhaft sey, es muß auch dafür er-kannt werden. Sein Glück besteht nicht iuseiner Aufführung, sondern in seinem Rufe,und dasjenige Weib, welches ruhig dabeyseyn kann, wenn es für ehrlos gehaltenwird, kann unmöglich Ehrgefühl haben.
Der Anschein von Einfalt und Beschei-denheit an den Weibern ist ein grosser Reitzfür die Männer, nicht aber immer ein Be-weis von der Unschuld der Sitten der er-stem. _
Es ist schwer, unfehlbare Regeln zugefallen zu geben. Grazie ohne Verdienstgefällt nicht lange, und Verdienst ohne Gra-zie kann sich schätzbar machen, ohne zu ge-fallen. Die Weiber müßten daher ein lie-benswürdiges Verdienst haben , und Graziemit Tugenden verbinden. Ein ehrbares Weibhat die Tugenden der Männer, Freund-schaft, Rechtschaffenheit, Treue gegen seinePflichten; ein liebenswürdiges Weib mußnicht nur äußere, sondern auchGrazie des Her-zens und der Empfindungen besitzen. Nichtsist so schwer, als ohne eine gewisse Auf-merksamkeit, welche an Koketterie zu gren-