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Die Ehre verhält sich zur Tugend, wieder Schatten zum Körper, sie begleitet denRechtschaffenen, auch ohne dessen Wissen undWollen. So wie der Schatten geht sie baldvoraus, bald hinter uns einher; aber jelänger sie säumt, desto mehr glanzt sie, de-sto weniger wird sie vom Neide verdunkelt.
Verdiene denBeyfall der Menschen, wenndu ihn auch nicht erhalten solltest. Erfülledeine Pflichten, ohne daß du deine Zu-friedenheit von der Zufriedenheit, Gerechtig-keit und Dankbarkeit der Menschen abhän-gig machst.
Adel ist nur als ein eingebildeter Vor-zug zu betrachten, es sey denn, daß ihndie Ausübung jener edlen Tugenden beglei-tete, wodurch er erlangt werden sollte. Ti-tel und Ehrenstellen, die denen ertheilt wer-den , welche kein persönliches Verdienst ha-ben, wodurch sie sie verdienen konnten ,sind höchstens königliches Gepräge auf un-edles Metall gesetzt.
Vorzügliche Güte ist das Mittel, umwahrhaft geehrt zu werden.