Druckschrift 
Krieg und Friede : Festspiel zum Siebzigsten Geburtstage des Professors Emil Hünten ; Düsseldorf, 19. Januar 1897 ; Malkasten
Entstehung
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Arieg.

Ich muß nach meines Landes Söhnen sehen,

Denn Deine Söhne sind die meinen auch.

Friede.

Die Deinen auch? wie soll ich das verstehen?

Ich streite Dir sie ab, ich sage: Nein!

Arieg.

Ich bin der Krieg; wenn meine Lahnen wehen,

Dann nenn' ich alle wack'ren Deutschen mein.

Friede.

Jawohl, wenn Deine Lackel 'mal entbrannte.

Doch jetzt in unsrer Zeit herrscht meine Ruh',

(höhnisch) Du kannst Dich höchstens nennen ihre Tante,Und eine schlimme Tante noch dazu.

Arieg.

Nein auch bei Deinem Pflug und Deiner SichelMach' ich die deutschen Männer stark bewehrt.

Aus daß aus jedem Zipfelmützen - MichelLin Michael werde mit dem Llammenschwert.

Friede (in die Coulisse sehend).

Doch wer naht da, im Arm die Künstlermappe?

Lin Sohn des Lriedens ist's ich seh's ihm an.Rrieg (ebenso).

Sa. welch ein strammer, muskelkräft'ger KnappeDer ständ' im Krieg gewiß auch seinen Mann.

Friede (zum Krieg).

Sand weg von diesem er ist ganz mein eigen.

Die Kunst hat nichts zu thun mit Streit und Kampf.

Arieg.

Lin junger Kriegsgott ha im SchlachtenreigenMöcht' ich ihn sehn, umwogt von Pulverdampf.

Emil (tritt auf und setzt sich im Hintergründe mit seinemSkizzenbuche nieder, seufzend),was nützt mir Kraft und Jugendfülle,was der vermeintliche Beruf?

Denn vor mir liegt in dichter Sülle,wozu mich Gott auf Lrden schuf.