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7. Srene.
<Das Zimmer der Fürstin aus dem ersten Aufzuge, links einAlkoven mit Vorhang. Auf einem Stuhle steht das rothe Köfferchen.)
Die Fürstin (allein).
Fürstin. Die Schloßglocke hat sechs geschlagen —versperrt sind die Thüren und zugestopft die Schlüssellöcher
— ich Hab' wieder einmal mein sicheres Dämmerstündchen
— da draußen nichts wie böse lauernde Blicke — und
hier der stille Friede, wie ehedem in meiner Kindheit aufdem Schlosse der Mutter. — Und doch treibt's mich nicht,wie sonst, den kleinen Koffer zu öffnen; — mir ist seiteiniger Zeit so schwül, so bang — bald möcht' ich weinen,bald wieder lachen — ach und nur zum Weinen habe icheinen vernünftigen Grund; denn ich fühle, wie mich Alleshaßt — aber fort mit Euch traurigen Gedanken — diesesDämmerstündchen ist mein, und ich will einmal wiedermir selbst angehören. (Sie öffnet das Köfferchen und nimmteine große Puppe heraus.) Guten Abend, süße Miinily —wie lange Hab' ich Dich nicht gesehen! (Sie küßt die Puppeund beginnt sic anzukleiden.) Wenn Du hübsch artig bist,so ziehe ich Dir auch das blaue Kleidchen an und erzähleDir das Märchen von der Prinzessin. (Plötzlich die Puppesinken lassend, nachdenkcnd für sich.) Ich muß mich eigentlichdoch schämen, noch mit der Puppe zu spielen. Wenn esdie Oberhosmeisterin erführe — im ganzen Lande würdeich die Zielscheibe des Spottes — und der Fürst — erist ein so lieber guter Mann, aber so ernst dabei — ichglaube, zeitlebens würde ich ihm nicht mehr in die Augen
sehen können. — (Nach einer Pause.) Ach Was — (Sie
nimmt die Puppe wieder auf und fährt fort, sie anzukleiden)
dieses Dämmerstündchen ist mein. So höre denn Mimily:
es war einmal eine Prinzessin, die hatte viele Hofdamenund viele Kammerherren und sie hatte auch eine großePuppe — die hieß Mimily. — Aber die Hofdamen unddie Kammerherren waren böse und verpraßten die Schätzedes Landes, und die Puppe Mimily war gut und that