30
keinen Menschen etwas zu Leide. Deswegen hatte diePrinzessin die Puppe lieber, als alle die Herren undDamen vom Hofe, und schloß sich jeden Abend mit ihrein und zog ihr die Kleider an und aus und nahm sie aufden Schooß und wiegte sie in den Schlaf. Da grolltendie Kammerherren und die Hofdamen und wollten diePrinzessin umbringen und die Puppe Mimily dazu —aber da kam eine Fee und sagte zu der Prinzessin: Dusollst nicht sterben und Deine Puppe Mimily will ich Dirlebendig machen, auf daß sie Dich anlächeln kann, wennDu sie in den Schlaf singst. Und als da die Herrenund Damen vom Hofe mit ihren Messern an die Thüreder Prinzessin kamen — (Man hört ein knarrendes Geräuschan der Thnre. Die Prinzessin springt erschreckt ans.) WasWar das? Man erbricht die Thür! — Um Gotteswillen,Wenn man mich mit dieser Puppe antrifft, man wird michverspotten mein Leben lang. sSie wirst die Puppe in denAlkoven und zieht den Vorhang zu.
8. Scene.
Die Vorige. Der Fürst, die Oberhofmeisterin, der Hofmarschast,v. Spangenberg, v. Spitz, v. Spatz.
Fürst (zur Fürstin). Meine Fürstliche Gemahlin —Du siehst mich hier mit gewaltsamer Hand einen Schleierlüften, hinter dem die zu Deinem Dienste Bestellten Argesvermuthen.
Fürstin (sich stolz ausrichtmd). Wer wagt das? Sie,Frau Oberhofmeisterin? — Sie, Herr Hofmarschall?
Oberhofm. Ich glaubte es meiner Diensttreue schuldigzu sein. >
Hofmarschall. Mein Amt als Hofmarschall —Fürstin. Wessen beschuldigen Sie mich?
Fürst. Ja — sprechen Sie.v. Spatz (zu v. Spitz). Das wird eine pikante Ge-schichte, Herr v. Spitz.
p. Spitz (zu v. Spatz). Wenn man sie mit Lsxrit zu