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seinem achtzehnten Lebensjahre als wandernder „Wullweber" in Ungarn. Der Oheim desselben,jener Peter Sulzer, dem einst der Betrieb der gräflich zillyschcn Güter überlassen wordenwar, lebte nach der Liquidation als „Chirurgus" in den gräflichen Landen bis zu seinemTode (1664). Auch er hinterliess einen einzigen Sohn und dieser starb (1676) als „Barbier"in dem kleinen Dorf'e Billwarder bei Hamburg. Sic transit gloria tnundi!
Das Blatt der Geschichte von Winterthur, welches ich hier vor meinen Lesern auf-geschlagen habe, gehört nicht zu den erfreulichen; aber es ist in mehr als einer Hinsichtnicht ohne Interesse. Es zeigt uns zunächst, wie das in aller Stille aufstrebende Winterthur,von dem auf eidgenössischen Tagsatzungen nur höchst selten die Rede war, urplötzlich zueinem Gegenstande eidgenössischer Aufmerksamkeit erwuchs; und zwar durch den Ehrgeizund die Kachsucht eines Einzelnen seiner Bürger. Es führt uns aber auch ferner ein in denGeist eines Zeitalters, wo der Glaubenshass mehr als einmal zum Schwerte griff, um Fragenzu entscheiden, deren einzig richtige Lösung dem unparteiischen Gerichte und Gesetze, so wiedem eigenen Gewissen vorbehalten bleibt. Dann lässt es uns erkennen, dass eine solcheLösung, die uns heutzutage als die einzig richtige und natürliche erscheint, damals w*egendes Mangels einer Bundcsgewalt in das Reich des Unmöglichen gehörte. Und endlich wirdersichtlich, mit welcher Anstrengung der Thurgau zu kämpfen hatte, um aus dem Sumpfezu dem blühenden Gemeinwesen zu erwachsen, w r clches wir heutigen Tages vor Augen haben.Solcher Schattenblätter hat die Geschichte unserer Stadt im XVII. Jahrhundert noch mehrereaufzuweisen; für den Freund einer fortschreitenden Humanität ist es daher eine Sacheerhebender Erbauung, dass neben solchen hässlichen Flecken auch, namentlich auf kulturellemGebiete, Lichtbilder sich zeigen, welche in unvergänglichem Glänze leuchten. In früherenJahrgängen unseres Neujahrsblattes habe ich als solche lichtvolle Bilder bezeichnet: diewachsende Theilnahme an dem Wohl und Wehe der Mitbürger, die Gründung des Musik-kollegiums (1629), die Stiftung der Bürgerbibliothek (1660), die Verbesserung des städtischenSchulwesens (1664), die reichen Steuern, welche zu Gunsten bedrängter Glaubensgenossenins Ausland flössen; und damit es hier auch nicht an einem dieser Lichtpunkte fehle, willich zum Schlüsse unsern Chronisten in seiner Ausführlichkeit über jene Berührung der sozialenFrage berichten lassen, deren oben im Texte kurze Erwähnung geschehen. Er schreibt (1637):
„Nachdem die Zeitharo vor gemeiner Bürgerschafft der Stadt grosse Klagten gehörtworden, darhero dass man mit den geworben (auch in denselben) kein mass und bescheidenheitbrauche, sondern darzu kommen, dass wo sich Ehrliche burger auch gern mit Gott und Ehrennebend anderen, mit ihren lieben Weib und Kinderen erhalten, und ihr gebührends under-haltung suchen, auch ihr äusserstes vermögen daran zu strecken begehrtend, mann zu sollichemZweckh und Zihl biss dahin nie kommen mögen, sondern, wie man pflegt im sprüchwort,der grösser den kleineren verhinderet, verschlagen, und hindergestelt, theills ettliche durchihr gross haab und gut alles verlegt, in 3, 4, 5 und mehren gewerb getriben, alles an sichgezogen, und der christlichen liebe und ihres nächsten gar vergessen, anderstheills sich ver-messen, den Wenigeren reichthums halber wohl abwarten und also ihren eignen nuzen suchen,gemeinen bürgeren grosse Verhinderung machen und niemandts nebend ihnen sich erhalten solte.
„Worauff nun auf vorgehörte beschwerden, und dass niemand an seinem Wohlergehenverhinderet, und gleiche burdy jederem aufgelegt, auch keiner die Waid allein habe, sonderlich