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Zur Familiengeschichte der Steiner im 17. Jahrhundert
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Gnaden, oberkoitliclie Hulden und berücmten Erbärmden genommen. — Wenn ich das interesseder Evangelischen im Toggenburg wie auch mein und der meinigen Ewiges Heil und Wolfahrthindansetzen: und den gelegten Versucliungsstriken den Fuss darstreken; auch anstatt der walireuseligmachenden Lehr des H. Evangely, dem verfiiehrischen Messgott Mapphim(?) hette beipflichtenwollen: So hette ich in dem Toggenburg nicht allein einen sicheren Sitz: sondern auch andereweltliche ergetzlichkeiten und Vortheil zu erwarten gehabt. Wie dann ein solches klährlich beizu-bringen und zu erscheinen were. Ich habe aber vor solchen Anreitzangen und gleichsam Zauber-stimmen die Ohren verstopft und lieber zu Euer Gnaden und Weisheit als meiner anerbohrnen undnatürlichen, wiewol erzörnten Oberkeit fleühen und von deroselben gnädige wideraufnemmungflehentlich erbitten wollen — in der Hoffnung und iintcrthäniger Zuversicht unter dero Schutz undSchirm mein noch übriges kurtzes Leben rüewig (ruhig) zu beschliessen und der so hochverlangtenSeelenfreyheit — welche der köstlichste Schatz ist — biss zu einem seligen Abscheidt trostlichzu gemessen". Auch leugnete Steiner in diesen Verhören durchaus nicht, dass die strengen „Exe-cutions-Urthlen" der Luzerner ebenfalls eine Hauptursache seines Unglücks und seiner Fluchtgewesen seien.

In Bezug auf seine Forderungen an die Regierung gestand er endlich seinen Irrthum ein,nachdem er noch bis zuletzt versucht hatte, seine Ansicht aufrecht zu halten und anerkannte, dasser für die Summe von etwa 70,000 fl. der Schuldner des Rathes Zürich bleibe. Dass Steiner indiesem Punkte schliesslich doch nachgab, war hauptsächlich den Bemühungen des TheologenProf. Ott zuzuschreiben. In einer Unterrodung, welche die beiden Männer auf dem Rathhaus zuZürich hatten, kam Steiner auf religiöse Fragen zu sprechen und entwickelte dabei, nach Prof.Ott's eigener Aussage, eine so überraschende Kenntniss der Bibel und eine so grosse Belesenheitin den Schriften Calvin's, dass man sich nicht mehr der Ueberzeugung habe verschliessen können,dass seine Vertreibung aus dem Toggenburg durch Gründe religiöser Natur veranlasst worden sei.Als sich das Gespräch auf die Salztractate wandte, vermochte der Theologe den AusführungenSteiners aus Mangel an Sachkenntniss nicht mehr zu folgen. Da habe Steiner — erzählt Ott —„eine Kryden o^nommen und angefangen rächnen, seige Alles bei hundert Tausenden und halbenund gantzen Millionen hargeloffen, weilen er (Ott) es aber nicht fassen können, habe er es Ihmmein Schrift gegeben". Nachdem sich Prof. Ott, mit Hülfe einer sachkundigen Person, in jenerSchuldfrage orientiert hatte, gelang es ihm in der That, den Salzherrn von der Richtigkeit derAnschauungen seiner Regierung zu überzeugen. In einer seiner Bittschriften anerkennt dieser dennauch den Standpunkt der Regierung in den Worten: „Da Gott selber im werk erscheint, dassdas Salz-commercium nicht eine privat-Handlung: sondern ein hochoberkeitliches regale sein solle;wie es dann vast in allen Länderen und Reychen des Erdbodens ist: Also ist hingegen diss kost-liche Kleinot und herrliches Regal in Eurer Gnaden und Weisheit Hände gefallen, und hat dieZeit haro zu gutem ihres gemeinen wäsens schöne und solche frücht getragen, dass Sie verhoffent-lich der im anfang erlittnen Verlursten und Schäden bereits wider ergötzet sind." Schliesslich seinoch aus einer Supplikation die Stelle angeführt, welche sich auf jene leidenschaftlichen Schmäh-briefe bezieht: „Was dannach meine scharfe Schreiben betrifft: so ist mir hertzlich und schmertz-lich leid, dass solche harte wort auss meiner feder geflossen: Ich bekenne dass ich darmit gröblichverfehlt und alle ungnad verdienet. Bitte aber umb unsers gemeinen Heilands und Erlösers JesuChristi willen umb gnädige Verzeihung: und kann nichts anders gedenken, dann dass solche Sachen,welche ich in währendem Rechts Handel geschriben, aus unmut und gantz verstörtem und ver-wirretem gemüet, ohne einige Vernunfft, hiemit auch aus keinem Fürsatz geflossen seyen. Dess-wegen ich nochmals umb gnädigste Vergebung bitte."