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gleich Lcym Aussteigen aus der Litieren eilte Herr Schultheiss, sie auf die Seite zu nehmen, undbrach voll Wehmuth in diese Worte aus: „Denke, Schwöster, Gott hat meine Missethat funden;eben derjenige Mann, der die Leiche meines sei. Herrn Vaters von Zürich gebracht nach Toss,eben dieser Mann führt mich von Zürich hieher."
Die vorstehende Erzählung der Schicksale Melchior Steiners lässt alles Licht auf denHelden der Geschichte und allen Schatten auf seine Widersacher fallen. Nun ergiebt sich aberaus noch vorhandenen Dokumenten, sowie aus der Sammlung der eidgenössischen Abschiede, dassdie Darstellung unserer Chronistin an grosser Einseitigkeit leidet. Dies erklärt sich daraus, dassdie Familientradition ungefähr hundert Jahre nach den wirklichen Ereignissen niedergeschriebenworden ist und da auf diesem langen Wege die Ueberlieferung hauptsächlich von den Frauen derFamilie im Gedächtniss der jüngeren Generationen lebendig erhalten wurde, so kam es, dass derunternehmende, thatkräftige Ahnherr des Geschlechts nach und nach in einem allzu günstigen Lichteerschien, während die ruhigeren, zurückhaltenden Söhne, deren Lebenslauf durch nichts Eigen-tümliches ausgezeichnet war, immer mehr in einen dunkeln Hintergrund schwanden, von wo aussie allerlei undankbare Anschläge gegen ihren Vater gemacht haben sollten. — Als nebensächlicheUngenauigkeiten können die häufigen Verstösse der Chronistin gegen die zeitliche Aufeinanderfolgeder dargestellten Begebenheiten erwähnt werden; Versehen dieser Art finden sich in den Notenunter dem Text der Chronik angemerkt.
Wenn man die Unternehmungen Melchior Steiners, soweit sie den Salzhandel betreffen,verfolgen will, so muss man einen kurzen Blick auf den Stand der Salzfrage in der damaligenEidgenossenschaft werfen. — Um die Mitte des XVII. Jahrhunderts war der Salzhandel zumgrossen Theil in die Hände von einzelnen Personen gerathen, deren Interessen mit denjenigen desaranzen Landes durchaus nicht zusammenfielen. Die Salzfrage wurde daher nach und nach aufden Konferenzen der einzelnen Orte, sowie auf den eidgenössischen Tagsatzungen ein immer wieder-kehrender Gegenstand eifriger Berathung. Es handelte sich dabei hauptsächlich um das tyrolischeoder hallische x ), das burgundische und das bayerische Salz. Das tyrolische Siedesalz galt als dasbeste d.h. das schwerste, während man das leichtere bayerische vom Handelsverkehr auszuschliessensuchte. Die katholischen Orte hatten nun ein natürliches Interesse daran, dass der Salzhandelnicht in protestantischen Händen liege, da sie befürchteten, es mochte ihnen bei einheimischenKriegsfällen die Zufuhr abgeschnitten werden-, sie wollten daher lieber direkt mit den Erzherzogenvon Oesterreich in Unterhandlung treten, um sich mit den tyrolischen „Salzpfannen" in Verbindungzu setzen. Da zeigte es sich aber, dass die „Particularen", die nach und nach den Salzhandel ansich gezogen hatten, nicht so leicht abzuschütteln waren und dass man sich auf einen zähen Wider-stand gefasst machen müsse. Die damalige Umständlichkeit des diplomatischen Verkehres,die lange Dauer der „Tractate", welche von den einzelnen Salzherren abgeschlossen wurden,die kaufmännische Gewandtheit und Kühnheit dieser letzteren vereitelten lange Zeit alle Bemülmngender Regierungen, den Salzhandel zu einer kantonalen oder eidgenössischen Sache zu machen.Dazu kam noch der Umstand, dass der reiche Salzherr Steiner, der besonders mit den Urkantonenin geschäftlichen Beziehungen stand, das Salz zu einem billigeren Preise ablassen konnte als dieRegierung selber; und so waren z. B. die drei alten Orte, trotz aller Versuche mit den aus-ländischen „Salzpfannen" in Verbindung zu treten, immer wieder auf die „Particularen" angewiesen,
Von Hall bei Innsbruck.