15der Hertzens=Gesprächen,„daß er sich selbst vergessende / wann es„möglich (d) wäre / daß er GOtt wär /„lieber solte wollen / daß [der HERRI„GOtt wäre; also hefftig ist er entzündet„in der Liebe und Gewogenheit zu seinemHErrn; [solte das / sage ich / eine geringe„Herrlichkeit seyn?Noch ist etwas anders / wann er darinseine Herrlichkeit und seinen Ruhm setzet /so ist er am allermeisten frey / (e) nemlich inseiner Armuth / Geringheit / und Verächt-lichkeit, darin daß er von niemand geachtetwird / in Trübsal / in Verschmähung / inLeyden / daß er vor den geringsten und un-tersten von allen begehrt gehalten zu seyn.Laß allerhand Winde auff einensolchen zustossen / er wird doch nicht beschä-get werden / weil ihm nichts neues oderunvermuthet begegnen mag / sondern es istalles vorher gesehen; und das jenige / wasihm von Ewigkeit zugeordnet ist / erwarteter mit stiller Gleichmütigkeit.DannG 6(d) d. i. Wann es möglich wäre, daß ein solcherMensch GOtt würde / so solte er lieber solchesnicht seyn wollen / damit GOtt GOtt bliebe.) In der tieffsten Demuth bestehet die grösteFreyheit.
Druckschrift
Thomae à Kempis Bücher Von der Nachfolge Jesu Christi : Auffs neue, nach einer der allerältesten Handschrifften, treulich übersetzet, und an statt des Vierten Buchs vermehret mit denen Göttlichen Hertzens-Gesprächen des Gottseligen Gerlachs, insgemein genandt der andere Thomas à Kempis, nun erstlich verteutschet ...
Entstehung
Seite
155
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten