tes, Phantastisch-Geisterhaftes und Tief-Skurriles, auchein hohes artistisches Raffinement, eine alles über-schwebende Ironie verbindet sich mit dem Begriff derRomantik. Aber nicht dies ist eigentlich, woran ichdenke, wenn ich von deutscher Romantik spreche.Es ist vielmehr eine gewisse dunkle Mächtigkeit undFrömmigkeit, man könnte auch sagen: Altertümlich-keit der Seele, welche sich den chthonischen, irrationa-len und dämonischen Kräften des Lebens, das willsagen: den eigentlichen Quellen des Lebens nahe fühltund einer nur vernünftigen Weltbetrachtung undWeltbehandlung die Widersetzlichkeit tieferen Wis-sens, tieferer Verbundenheit mit dem Heiligen bietet.Die Deutschen sind das Volk der romantischen Gegen-revolution gegen den philosophischen Intellektualis-mus und Rationalismus der Aufklärung — eines Auf-standes der Musik gegen die Literatur, der Mystikgegen die Klarheit. Die Romantik ist nichts wenigerals schwächliche Schwärmerei; sie ist die Tiefe, welchesich zugleich als Kraft, als Fülle empfindet, ein Pessi-mismus der Ehrlichkeit, der es mit dem Seienden,Wirklichen, Geschichtlichen gegen Kritik und Me-liorismus, kurz mit der Macht gegen den Geist hältund äußerst gering denkt von aller rhetorischen Tu-gendhaftigkeit und idealistischen Weltbeschönigung.Hier ist die Verbindung der Romantik mit jenemRealismus und Macchiavellismus, der in Bismarck,dem einzigen politischen Genie, das Deutschland her-
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Deutschland und die Deutschen :
(Vortr., gehalten in d. Library of Congress zu Washington im Juni 1945)
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