gen müssen, ob er sich noch zu den anständigen Men-schen zählen dürfe. Und dennoch, so wenig derMensch nur dem Naturreich angehört, so wenig ist diePolitik nur im Bösen beschlossen. Ohne ins Teuflischeund Verderberische zu entarten, ohne zum Feind derMenschheit zu verfratzen und ihr oft zugeständnis-volles Schöpfertum in schändliche und verbrecherischeUnfruchtbarkeit zu verkehren, kann sie sich ihresideellen und geistigen Bestandteils niemals völlig ent-äußern, niemals ganz den sittlichen und menschen-anständigen Teil ihrer Natur verleugnen und sichrestlos aufs Unsittliche und Gemeine, auf Lüge, Mord,Betrug, Gewalt reduzieren. Das wäre nicht mehr Kunstund schöpferisch vermittelnde und verwirklichendeIronie, sondern blinder und entmenschter Unfug, wel-cher nichts Wirkliches stiften kann, sondern nur vor-übergehend schreckhaft reüssiert, während er schonauf kürzere Dauer weltvernichtend, nihilistisch undauch selbstzerstörerisch wirkt; denn das volkommenUnsittliche ist auch das Lebenswidrige.
Die zur Politik berufenen und geborenen Völkerwissen denn auch instinktiv die politische Einheit vonGewissen und Tat, von Geist und Macht wenigstenssubjektiv immer zu wahren; sie treiben Politik als eineKunst des Lebens und der Macht, bei der es ohne denEinschlag von Lebensnützlich-Bösem und allzu Irdi-schem nicht abgeht, die aber das Höhere, die Idee,das Menschheitlich-Anständige und Sittliche nie ganz