Druckschrift 
Deutschland und die Deutschen :
(Vortr., gehalten in d. Library of Congress zu Washington im Juni 1945)
Entstehung
Seite
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und hatte nicht nur die klassizistischeIphigenie son-dern auch so kerndeutsche Dinge wie Faust I, Götzund dieSprüche in Reimen geschrieben. Dennochwar zur Erbitterung aller Patrioten sein Verhalten zumKriege gegen Napoleon von vollkommener Kälte,nicht nur aus Loyalität gegen seinen Pair, den großenKaiser, sondern auch weil er das barbarisch-völkischeElement in dieser Erhebung widerwärtig empfindenmußte. Die Vereinsamung dieses Großen, der jedeWeite und Größe bejahte: das Übernationale, dasWeltdeutschtum, die Weltliteratur, in dem patriotisch-freiheitlich aufgeregten Deutschland seiner Tageist nicht peinvoll genug nachzuempfinden. Die ent-scheidenden und dominierenden Begriffe, um die sichfür ihn alles drehte, waren Kultur und Barbarei,und es war sein Los, einem Volk anzugehören, dem dieFreiheitsidee, weil sie nur nach außen, gegen Europaund gegen die Kultur gerichtet ist, zur Barbarei wird.

Hier waltet ein Unsegen, ein Fluch, etwas fortwir-kend Tragisches, das sich noch darin äußert, daß selbstdie abweisende Haltung Goethes gegen das politischeProtestantentum, die völkische Rüpel-Demokratie,daß selbst diese Haltung auf die Nation und besondersauf ihren geistig maßgebenden Teil, das deutscheBürgertum, hauptsächlich die Wirkung einer Bestä-tigung und Vertiefung des lutherischen Dualismus vongeistiger und politischer Freiheit geübt, daß sie dendeutschen Bildungsbegriff gehindert hat, das politische