nennt, das heißt: dem Auseinanderfallen des spekula-tiven und des gesellschaftlich-politischen Elementsmenschlicher Energie und der völligen Prävalenz desersten vor dem zweiten. Europa hat das immer gefühltund auch das Monströse und Unglückliche davon emp-funden. 1839 schrieb Balzac: „Les Allemands, s’ils nesavent pas jouer des grands instruments de la Liber te,savent jouer naturellement de tous les instruments demusique.“ Das ist klar beobachtet und unterschieden,und es ist nicht die einzige treffende Bemerkung dieserArt, die der große Romancier gemacht hat. In „CousinPons“ sagt er von dem deutschen Musiker Schmucke,einer wundervollen Figur: „Schmucke, der wie alleDeutschen in der Harmonie sehr stark war, instrumen-tierte die Partituren, deren Singstimme Pons lieferte.“Richtig; die Deutschen sind ganz vorwiegend Musikerder Vertikale, nicht der Horizontale, größere Meisterder Harmonie, in die Balzac die Kontrapunktik ein-schließt, als der Melodik, Instrumentalisten mehr, alsVerherrlicher der menschlichen Stimme, dem Gelehr-ten und Spirituellen in der Musik weit mehr zuge-wandt, als dem Gesanghaft-Volksbeglückenden. Siehaben dem Abendland — ich will nicht sagen: seineschönste, gesellig verbindendste, aber seine tiefste, be-deutendste Musik gegeben, und es hat ihnen Dankund Ruhm dafür nicht vorenthalten. Zugleich hat esgespürt und spürt es heute stärker als je, daß solcheMusikalität der Seele sich in anderer Sphäre teuer
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