zusammen mit einer Art von spießbürgerlichem Uni-versalismus, einem Kosmopolitismus in der Nacht-mütze sozusagen, das deutsche Seelenbild abgegebenhatte. Diesem Seelenbild, dieser unweltlichen undprovinziellen deutschen Weltbürgerlichkeit hat im-mer etwas Skurril-Spukhaftes und Heimlich-Unheim-liches, etwas von stiller Dämonie angehaftet, das zuempfinden meine persönliche Herkunft mir ausneh-mend behilflich gewesen sein mag. Ich denke zurückan den deutschen Weltwinkel, aus dem die Traum-welle des Lebens mich her verschlug, und der denersten Rahmen meines Daseins bildete: Es war dasalte Lübeck, nahe dem Baltischen Meer, einst Vorortder Hansa, gegründet schon vor der Mitte des 12. Jahr-hunderts und von Barbarossa zur freien Reichsstadterhoben im dreizehnten. Das außerordentlich schöneRathaus, in dem mein Vater als Senator aus und einging, war vollendet in dem Jahr, als Martin Lutherseine Thesen anschlug ans Tor der Schloßkirche vonWittenberg, also bei Anbruch der neuen Zeit. Aberwie Luther, der Reformator, nach Denkungsweise undSeelenform zum guten Teil ein mittelalterlicherMensch war und sich Zeit seines Lebens mit demTeufel herumschlug, so wandelte man auch in demprotestantischen Lübeck, sogar in dem Lübeck, dasein republikanisches Glied des Bismarckschen Rei-ches geworden war, tief im gotischen Mittelalter, —und dabei denke ich nicht nur an das spitz getürmte
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