kanern redend? Nicht als ob es mir unrichtig schiene.Im Gegenteil, es hat meine volle Zustimmung, — dasSchicksal hat für diese Zustimmung gesorgt. Wie heutealles liegt, ist meine Art von Deutschtum in der gast-freien Kosmopolis, dem rassischen und nationalenUniversum, das Amerika heißt, am passendsten auf-gehoben. Bevor ich Amerikaner wurde, hatte man mirerlaubt, Tscheche zu sein; das war höchst liebens-würdig und dankenswert, aber es gab keinen Reimund Sinn. Ebenso brauche ich mir nur vorzustellen,daß ich zufällig Franzose oder Engländer oder Italie-ner geworden wäre, um mit Befriedigung wahrzuneh-men, wieviel richtiger es ist, daß ich Amerikanergeworden bin. Alles andere hätte eine zu enge undbestimmte Verfremdung meiner Existenz bedeutet.Als Amerikaner bin ich Weltbürger, — was von Naturder Deutsche ist, ungeachtet der Weltscheu, diezugleich damit sein Teil ist, seiner Schüchternheitvor der Welt, von der schwer zu sagen ist, ob sieeigentlich auf Dünkel oder auf angeborenem Pro-vinzialismus, einem völkergesellschaftlichen Minder-wertigkeitsbewußtsein beruht. Wahrscheinlich aufbeidem.
Über Deutschland und die Deutschen soll ich heuteabend zu Ihnen sprechen — ein waghalsiges Unter-nehmen; nicht nur, weil der Gegenstand so ver-wickelt, so vielfältig, so unerschöpflich ist, sondernauch angesichts der Leidenschaft, die ihn heute um-