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Deutschland und die Deutschen :
(Vortr., gehalten in d. Library of Congress zu Washington im Juni 1945)
Entstehung
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Sie zusammengeladen hat, mich zu hören, wie ichhier stehe, habe ich das Gefühl, daß das Leben aus demStoff ist, aus dem die Träume gemacht sind. Alles istso seltsam, so wenig glaubhaft, so unerwartet. Erstenshabe ich nie gedacht, es zu patriarchalischen Jahrenzu bringen, obgleich ich es theoretisch schon früh fürwünschenswert hielt. Ich dachte und sagte, wenn manschon einmal zur Welt geboren sei, wäre es gut undehrenwert, lange darin auszuhalten, ein ganzes, kano-nisches Leben zu führen und, als Künstler, auf allenLebensstufen charakteristisch fruchtbar zu sein. Aberich hatte geringes Vertrauen zu meiner eigenen bio-logischen Berufenheit und Tüchtigkeit, und die Aus-dauer, die ich trotzdem bewährt habe, erscheint mirweniger als Beweis meiner eigenen vitalen Geduld,denn der Geduld, die der Genius des Lebens mit mirgehabt hat, als ein Hinzukommendes, als Gnade.Gnade aber ist immer erstaunlich und unerwartet.Wer sie erfährt, glaubt zu träumen.

Träumerisch mutet es mich an, daß ich bin undwo ich bin. Ich müßte kein Dichter sein, um es mirselbstverständlich Vorkommen zu lassen. Nur einwenig Phantasie gehört dazu, um das Leben phanta-stisch zu finden. Wie komme ich her? Welche Traum-welle verschlug mich aus dem entferntesten WinkelDeutschlands, wo ich geboren wurde, und wohin ichdoch schließlich gehöre, in diesen Saal, auf diesesPodium, daß ich hier als Amerikaner stehe, zu Ameri-

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