hatte und zwei Jahre früher bei verwandter 6 elegenheitan anderem Ort gehalten worden war, mit einzubeziehen.„Zwei Festreden": so war es nicht nur stattlicher, sondernauch innerlich kompletter, dem Namen und Nahmen derUniversal-Bibliothek angemessener und der Bestimmungwürdiger, von ihr in die Zukunft geführt zu werden.Lin kleines Dokument lag vor, ein Beispiel für den so-lennen kusdrucksstil des bürgerlichen Deutschland imersten Drittel des 20. Jahrhunderts.
Denn bürgerliches Deutschland redet aus diesem klei-nen Buch, die Idee der Bürgerlichkeit in ihrer Paradoxieund ihrer Unsterblichkeit durch Lelbstaufhebung: cs istdies, was die beiden Ansprachen innerlich miteinanderverbindet, die zur Liebenhundert-Iahr-Feier der Freienund Hansestadt und die zum hundertjährigen Jubiläumdes Leipziger Verlagshauses gehaltene. Bon dem „Frei-brief" handelt die eine, „den kein Kaiser dem bürger-lichen Menschen, den der geist selber ihm ausgestellt hat";und die anderen feiert die rebellischen Ursprünge undsozialen Überlieferungen eines Bürgergeschlechtes, „dasden geist liebte, das ihm vertraute, und das diese Liebe,dieses vertrauen fortcrbend zur örundlage seiner Lhreund seiner Blüte machte". Hie überschneiden einanderin dem öedanken Ser Bürgerlichkeit als Lntbürgerlichung,und ich halte mich nicht damit auf, zu untersuchen, obetwa wörtliche Deckungen dabei untergelaufen sind; ichunterlasse es, dergleichen aus literarischen gründen zuvertuschen. Hat sich eine oder die andere Wiederholungereignet, so möge sie stehenbleiben al° unverleugnetesZeugnis der inneren verschränkkheit zweier kiusZerungen,zu denen nicht zufällig ein und derselbe geist und Menschberufen wurde: ein Schriftsteller nämlich, der schon ineiner Illnglingsdichtung melancholisch bekannt Halle, „in
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