gogischen Verantwortung, von tiefer Politiklosigkeit; es istin Wahrheit ohne Beziehung zum Leben, dem geliebten,verteidigten, über alles erhobenen, und nie hat er sich diegeringste Sorge darum gemacht, wie seine Lehren sich inpraktischer, politischer Wirklichkeit ausnehmen würden.Das haben auch die zehntausend Dozenten des Irrationa*-len nicht getan, die in seinem Schatten, über ganz Deutsch-land hin, wie Pilze aus dem Boden wuchsen. Kein Wunder!Denn nichts konnte im Grunde der deutschen Anlage ge-nehmer sein als sein ästhetischer Theoretizismus. Auchgegen die Deutschen, diese Verderber der europäischen; Geschichte, hat er seine schweflichten kritischen Blitze ge-schleudert und schließlich, kein gutes Haar an ihnen gelas-sen. Aber wer, zuletzt, war deutscher als er, wer hat denDeutschen alles noch einmal exemplarisch vorgemacht, wo-durch sie der Welt eine Not und ein Schrecken gewordensind und sich zugrunde gerichtet haben: die romantischeLeidenschaft, den Drang zur ewigen Ich-Entfaltung insGrenzenlose ohne festen Gegenstand, den Willen, der freiist, weil er kein Ziel hat und ins Unendliche geht? Als dieLaster der Deutschen hat er den Trunk und den Hang zumSelbstmord bezeichnet. Ihre 1 Gefahr liege in allem, was dieVerstandeskräfte bindet und die Affekte entfesselt, „dennder deutsche Affekt ist gegen den eigenen Nutzen gerichtetund selbstzerstörerisch wie der des Trunkenbolds. Die Be-geisterung selber ist in Deutschland weniger wert als ander-wärts, denn sie ist unfruchtbar." — Wie nennt Zarathustrasich? „Selbstkenner-Selbsthenker." —
In mehr als einem Sinn ist Nietzsche historisch geworden.Er hat Geschichte gemacht, fürchterliche Geschichte, und
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