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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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eine Dosis Neugierde, wie vor einem fremden Gewächs, miteinem ironischen Widerstande, schiene mir eine unver-gleichlich intelligentere Stellung zu mir. Verzeihung! Ichschrieb eben einige Naivetäten ein kleines Rezept, sichglücklich aus etwas 'Unmöglichem herauszuziehen ..."

Hat je ein Autor auf seltsamere Art vor sich gewarnt 7Antiliberal bis zur Bosheit" nennt er sich. AntiliberalBosheit, aus Drang nach Provokation, wäre richtiger. Als1888 der Kaiser der hundert Tage, Friedrich III., der eng-lisch verheiratete Liberale, stirbt, ist Nietzsche bewegt undniedergeschlagen wie der ganze deutsche Liberalismus.Zuletzt war er ein kleines Schimmerlicht von freiem Ge-danken, die letzte Hoffnung für Deutschland. Jetzt beginntdas Regiment Stöcker: ich ziehe die Konsequenz und weiß.bereits, daß nunmehr mein ,Wille zur Macht' zuerst inDeutschland konfisziert werden wird ..." Nun, es wirdnichts konfisziert. Der Geist der liberalen Epoche ist nochzu stark, es darf in Deutschland alles gesagt werden. In derTrauer Nietzsches um Friedrich aber kommt unversehensetwas ganz Schlichtes, Einfaches und Un-Paradoxalesman kann sagen, es kommt die Wahrheit zum Vorschein:die natürliche Liebe des Geistesmenschen, des Schriftstellerszur Freiheit, die seine Lebensluft ist, und auf einmalliegt das ganze ästhetische Phantasiewerk von Sklaverei,Krieg, Gewalt, herrlicher Grausamkeit irgendwo fern imLichte unverantwortlichen Spiels und farbiger Theorie.

Er hat sein Leben lang dentheoretischen Menschen" ver-maledeit, aber er selbst ist dieser theoretische Mensch parexcellence und in Reinkultur, sein Denken ist absolute Ge-nialität, unpragmatisch zum Äußersten, bar jeder päda-

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