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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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Wie mit jedem Gedanken, den er gedacht hat/tritt er mitseinen physikalischen Ideen aus der bürgerlichen Weltklassischer Rationalität in eine neue, in der er selbst seinerHerkunft-nach der Fremdeste ist. Ein Sozialismus, der ihmdas nicht zugut rechnen will, erregt die Vermutung, daß erselbst der Bürgerlichkeit weit mehr angehört, als er weiß.

Die Beurteilung Nietzsches als eines zentrumslosen Aphori-

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stikers ist aufzugeben: seine Philosophie ist so gut wie dieSchopenhauers. ein durchorganisiertes System, entwickeltaus einem einzigen, alles durchdringenden Grundgedanken.Aber dieser Grund- und Ausgangsgedanke ist nun freilichradikal ästhetischer Art, wodurch allein sein Schauen undDenken in unversöhnlichen Gegensatz zu allem Sozialismusgeraten muß. Es gibt zuletzt nur zwei Gesinnungen undinnere Haltungen: die ästhetische und die moralische, undder Sozialismus ist streng moralische Weltansicht. Nietzschedagegen ist der vollkommenste und rettungsloseste Ästhet,den die Geschichte des Geistes kennt, und seine Voraus-setzung, die seinen dionysischen Pessimismus in sich ent-hält: daß nämlich das Leben nur als ästhetisches Phänomenzu rechtfertigen sei, trifft genauestens auf ihn, sein Leben,sein Denk- und Dichtwerk zu, nur als ästhetisches Phä-nomen ist es zu rechtfertigen, zu verstehen, zu verehren,bewußt, bis in die Selbst-Mythologisierung des letztenAugenblicks und bis in den Wahnsinn hinein ist diesesLeben eine künstlerische Darbietung, nicht nur dem wun-dervollen Ausdruck, sondern dem innersten Wesen nach,- ein lyrisch-tragisches Schauspiel von höchster Faszi-nation.

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