bracht werden kann. Wahr ist es: seine heroische Glücks-verachtung, die etwas sehr Persönliches und politischschlecht verwendbar war, hat ihn verleitet, in jedem Willenzur Abstellung der entehrendsten sozialen und Ökonomi-schen Mißstände, des vermeidbaren Leidens auf Erden dasverächtliche Verlangen nach dem „grünen Weideglück derHerdentiere" zu sehen. Nicht umsonst ist sein Wort vom„gefährlichen Leben" ins Italienische übersetzt worden undin den Argot des Fascismus eingegangen. Alles, was er inletzter Überreiztheit gegen Moral, Humanität, Mitleid,Christentum und für die schöne Ruchlosigkeit, den Krieg,das Böse gesagt hat, war leider geeignet, in der Schund-Ideologie des Fascismus seinen Platz zu finden, und Ver-irrungen wie seine „Moral für Ärzte" mit der Vorschriftder Krankentötung und Kastrierung der .Minderwertigen,seine Einprägung von der Notwendigkeit der Sklaverei,dazu manche seiner rassehygienischen Auslese-, Züch-tungs-, Ehevorschriften sind tatsächlich, wenn auch viel-leicht ohne wissentliche Bezugnahme auf ihn, in die Theorieund Praxis des Nationalsozialismus übergegangen. Wenndas Wort wahr ist: „An ihren Früchten sollt ihr sie er-kennen", so steht es schlimm um Nietzsche. Bei Spengler,seinem klugen Affen, ist der Herrenmensch seines Traumeszum modernen „Tatsachenmenschen großen Stils", zu demüber Leichen gehenden Raub- und Profitmenschen, zumGeldmagnatpn, Rüstungsindustriellen, zum deutschen Ge-neraldirektor geworden, der den Fascismus finanziert, —kurz, Nietzsche wird bei ihm in stupider Eindeutigkeit zumphilosophischen Patron des Imperialismus, — von dem erin Wahrheit nichts verstanden hat. Wie hätte er sonst dem
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