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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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man versuchte, aus der Gesellschaft etwas anderes zumachen als ein Mittel zum Kriege. Sie ist ein Naturpro-dukt, das, wie das Leben selbst, auf unmoralischen Voraus-setzungen beruht, Voraussetzungen, welche anzutasteneinem tückischen Anschlag auf das Leben gleichkommt.Man hat auf das große Leben verzichtet", ruft er,wennman auf den Krieg verzichtet hat." Auf das Leben und aufdie Kultur; denn diese, bedarf zu. ihrer Erfrischung dergründlichen Rückfälle in die Barbarei, und es ist eitelSchwärmerei, von der Menschheit an Kultur und Größenoch irgend etwas zu erwarten, wenn sie verlernt hat,Krieg zu führen. Er verachtet alle nationalistische Borniert-heit. Aber diese Verachtung ist offenbar ein esoterischesVorrecht einzelner, denn er beschreibt Ausbrüche vonnationalistischem Macht- und Opferrausch mit einer Be-geisterung, die keinen Zweifel läßt, daß er den Völkern,den Massen daskräftige Wahnbild" des Nationalismuszu erhalten wünscht.

Es ist hier eine Einschaltung nötig. Wir haben die Erfah-rung gemacht, daß es um den unbedingten Pazifismus unterUmständen eine mehr als fragwürdige, eine lügenhafte undniederträchtige Sache sein kann. Jahrelang war er über* Europa und über die Welt hin nichts als die Maske fasci-stischer Sympathien, und wahre Friedensfreunde habenden Frieden von München, den 1938 die Demokratien mitdem Fascismus schlossen, angeblich um den Völkern denKrieg zu ersparen, als den tiefsten Punkt der europäischenGeschichte empfunden. Der Krieg gegen Hitler, oder viel-mehr die bloße Bereitschaft dazu, die genügt hätte, ist er-sehnt worden von diesen Friedensfreunden. Wenn man

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