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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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Gegenprinzip gegen die Selektion. Es hat tatsächlich dieKraft, die Verantwortlichkeit, die hohe Pflicht, Menschenzu opfern, heruntergebracht und abgeschwächt und fürJahrtausende, bis zu Nietzsche hin, die Entstehung jenerEnergie der Größe verhindert, welchedurch Züchtungund andererseits durch Vernichtung von Millionen Miß-ratener den zukünftigen Menschen gestaltet und nicht zu-grunde geht an dem nie dagewesenen Leid, das er schafft." Wer hat jüngst die Kraft zu dieser Verantwortung be-sessen, diese Größe frech sich zugemutet und die hohePflicht, Menschen hekatombenweise zu opfern, ohne Wan-ken erfüllt? Eine Crapule größenwahnsinniger Kleinbürger,bei deren Anblick Nietzsche sofort von schwerster Migränemit allen ihren Begleiterscheinungen befallen wordenwäre.

Er hat es nicht erlebt. Er hat auch seit dem altmodischenChassepot- und Zündnadelgewehr-Kriege von 1870 keinenKrieg mehr erlebt und kann daher, aus lauter Haß auf diechristlich-demokratische Glücksphilanthropie, in Verherr-lichungen des Krieges schwelgen, die uns heute anmutenwie das Gerede eines erhitzten Knaben. Daß die gute Sacheden Krieg heilige, ist ihm viel zu moralisch: es ist der guteKrieg, der jede Sache heiligt.Die Wertung, mit der heutedie verschiedenen Formen der Sozietät beurteilt werden",schreibt er,ist ganz und gar eins mit jener, welche demFrieden einen höheren Wert zuerteilt als dem Krieg: aberdies Urteil ist antibiologisch, ist selbst eine Ausgeburt derdecadence des Lebens ... Das Leben ist eine Folge desKriegs, die Gesellschaft selbst ein Mittel zum Krieg." KeinGedanke daran, daß es vielleicht nicht schlecht wäre, wenn

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