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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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sen?Als Sokrates und Plato anfingen, von Wahrheit undGerechtigkeit zu sprechen", sagt er einmal,da waren siekeine Griechen mehr, sondern Juden oder ich weiß nichtwas." Nun, die Juden haben sich, dank ihrer Moralität, alsgute und ausharrende Kinder des Lebens erwiesen. Siehaben, nebst ihrer Religion, ihrem Glauben an einen ge-rechten Gott, die Jahrtausende überdauert, während dasliederliche Ästheten- und Artistenvölkchen der Griechensehr bald vom Schauplatz der Geschichte verschwun-den ist.

Aber Nietzsche, fern allem Rassen-Antisemitismus, siehtallerdings im Judentum die Wiege des Christentums und indiesem mit Recht, aber mit Abscheu, den Keim der Demo-kratie, der Französischen Revolution und der verhaßtenmodernen Ideen", die sein schmetterndes Wort als Her-dentier-Moral brandmarkt.Krämer, Christen, Kühe, Wei-ber, Engländerund andere Demokraten", sagt er, denn denUrsprung dermodernen Ideen" sieht er in England (dieFranzosen, meint er, waren nur ihre Soldaten), und was eran diesen Ideen verachtet und verflucht, ist ihr Utilitaris-mus und Eudämonismus, ihre Erhebung von Frieden undErdenglück zu höchsten Wünschbarkeiten, während aufsolche gemeinen und weichlichen Werte der vornehme, dertragische, der heroische Mensch doch mit Füßen tritt. Die-ser ist notwendig ein Krieger, hart gegen sich und andere,bereit zur Opferung seiner selbst und anderer. Was er demChristentum vor allem zum Vorwurf macht, ist, daß es dasIndividuum zu solcher Wichtigkeit erhob, daß man esnicht mehr opfern konnte. Aber, sagt er, die Gattung be-stehe nur durch Menschenopfer, und Christentum sei das

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