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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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Es bestimmt die Rangordnung ", sagt er,wie tief einerleiden kann." Das ist nicht das Wort eines Antimora-listen. Es hat auch nichts von Antimoralismus, wenn erschreibt:Was Qual und Entsagung betrifft, so darf sichdas Leben meiner letzten Jahre mit dem jedes Asketenirgendeiner Zeit messen." Denn er schreibt das nicht Mit-leid heischend, sondern mit Stolz.Ich will", sagt er,esso schwer haben, wie nur irgendein Mensch es hat."Schwer hat er es sich gemacht, schwer bis zur Heiligkeit,denn Schopenhauers Heiliger blieb ihm im Grunde immerder höchste Typus, und derheroische Lebenslauf", dasist der Lebenslauf des Heiligen. Was definiert den Hei-ligen? Daß er nichts von allem tut, was er möchte, undalles, was er nicht möchte. So hat Nietzsche gelebt:Allementsagend, was ich verehrte, der Verehrung selbst ent-sagend ... Du sollst Herr über dich werden, Herr auchüber die eigenen Tugenden." Das ist derAkt des sichselbst Uberspringens", von dem Novalis einmal spricht,und von dem er meint, daß er überall der höchste sei.DieserAkt" nun (ein Artisten- und Akrobatenausdruck)hat bei Nietzsche so gar nichts Übermütig-Gekonntes undTänzerisches. AllesTänzerische" in seinem Gehaben istVelleität und im höchsten Grade unangenehm. Sondern esist ein blutiges Sich-ins-eigene-Fleisch-schneiden, Kastei-ung, Moralismus. Sein Wahrheitsbegriff selbst ist asketisch:denn Wahrheit ist ihm, was wehe tut, und er würdejeder Wahrheit mißtrauen, die ihm wohltäte.Unter denKräften", sagt er,die die Moral großzog, war die Wahr-haftigkeit : diese wendet sich endlich gegen die Moral, ent-deckt ihre Teleologie, ihre interessierte Betrachtung . . ."

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