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Nietzsches Philosophie im Lichte unserer Erfahrung
Entstehung
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Gründung, durch Politik, dembkratischeVermittelmäßigungund selbstgefällige Siegessattheit dieser Sendung verlustigzu gehen. Seine glänzende Diatribe gegen das alters-schwache und vergnügte Buch, des Theologen David Strauß,Der alte und der neue Glaube", ist das unmittelbarste Bei-spiel für diese Kritik eines Philistertums der Saturiertheit,das den deutschen Geist aller Tiefe zu berauben droht.Und es hat etwas Erschütterndes, wie schon hier derjugendliche Denker prophetische Blicke vorauswirft, aufdas eigene Schicksal, das wie ein tragischer Lebensplan offenvor ihm zu liegen scheint. Ich meine die Stelle, wo er dieethische Feigheit des vulgären Aufklärers Strauß verhöhnt,der sich wohl hüte, aus seinem Darwinismus, aus dembellum omnium contra omnes und dem Vorrecht des Stär-keren CMoralvorsdiriften für das £eben abzuleiten, sondernsich immer nur in kräftigen Ausfällen gegen Pfaffen undWunder gefalle, bei denen man den Philister für sich habe.Er selbst, das weiß er in seiner Tiefe schon, wird dasÄußerste tun und selbst den Wahnwitz nicht scheuen, umden Philister gegen sich zu haben.

Es ist die zweite derUnzeitgemäßen Betrachtungen", be-titeltVom Nutzen und Nachteil der Historie für dasLeben", worin jener Grundgedanke seines Lebens, vondem ich sprach, am vollkommensten, wenn auch noch ineiner speziellen kritischen Einkleidung, präformiert ist. Diebewundernswerte Abhandlung ist im Grunde nur einegroße Variation des Hamlet-Wortes von derangeborenenFarbe der Entschließung, die von des Gedankens Blässeangekränkelt wird". Der Titel ist insofern inkorrekt, alsvon dem Nutzen der Historie kaum - und desto mehr von

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