hervortrat und den Zeitgeist beherrschte, war das Beson-dere, Spezifische, Positive und Nationelle. Schon Carlylein seiner sonst liebevollen Schiller-Biographie übte in die-sem Punkt Kritik an seinem Helden, dessen Herz, gleichdem des Marquis Posa, »der ganzen Menschheit schlug,der Welt und allen kommenden Geschlechtern«. Schillerhatte von »uns Neueren« gesprochen, im Gegensatz zuGriechen und Römern, als er »das vaterländische Inter-esse« für unreif und nur der Jugend der Welt geziemenderklärte. »Es ist«, las man bei ihm, »ein armseliges klein-liches Ideal, für eine Nation zu schreiben; einem philoso-phischen Geist ist diese Grenze durchaus unerträglich. Dieserkann bei einer so wandelbaren, zufälligen und willkürlichenForm der Menschheit, bei einem Fragmente (und was istdie wichtigste Nation anders?) nicht still stehen; er kannsich nicht weiter dafür erwärmen, als soweit ihm dieseNation oder National-Begebenheit als Bedingung für denFortschritt der Gattung wichtig ist.« Gegen dies »Neuere«setzt Carlyle das Neueste. »Wir fordern«, sagt er, »eineneinzelnen Gegenstand für unsere Zuneigung. Das Gefühl,welches sich auf die ganze Menschheit erstredet, wird ebendurch die große Ausdehnung so sehr geschwächt, daß es fürden Einzelnen nicht wirksam ist.. . Allgemeine Menschen-liebe gibt nur eine willkürliche und sehr schwache Verhal-tungsregel, und es wird sich ausweisen, daß der »Fortschrittder Gattung« ebenso wenig geeignet ist, die Einbildungs-kraft mächtig aufzuregen ... Der erhabene, erleuchtete En-thusiasmus, der das Werk (Schillers Geschichtswerk) durch-dringt, würde unser Herz mehr angesprochen haben, wärederselbe auf einen engern Raum beschränkt.«
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