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Goethe und die Demokratie
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20 GOETHE UND DIE DEMOKRATIE

Das erinnert an die Verse in jenem Eingangsgedichtzum Westöstlichen Diwan:

Dort im Reinen und im RechtenWill ich menschlichen GeschlechtenIn des Ursprungs Tiefe dringen,

Wo sie noch von Gott empfingenHimmelslehr in Erdesprachen,

Und sich nicht den Kopf zerbrachen.

Und sich nicht den Kopf zerbrachen. Das ist es. DerBrückenwurf hinüber nach Amerika ist das Verlangenfort aus der altersmüden Kompliziertheit, dem Gedanken-gram, der mit geistiger und historischer Tradition über-bürdeten und schließlich von Nihilismus bedrohteneuropäischen Welt in eine Welt der Voraussetzungs-losigkeit, der Natürlichkeit, Einfachheit, ja der Einfaltund unbekümmerter Jugendkraft.

Amerika, du hast es besserAls unser Kontinent, der alte,

Hast keine verfallenen SchlösserUnd keine Basalte.

Dich stört nicht im InnernZu lebendiger ZeitUnnützes ErinnernUnd vergeblicher Streit.

Lebendige Zeit, das ist es. Nach neuen Dingen stehtdiesem Konservativen der Sinn, sein Greisenalter ist vollvon lebendiger Neugier, von Widerwillen gegenver-storbenes Zeug, von ungeduldigem Gefühl für die Not-wendigkeit der Ernüchterung einer an verdumpften unddas Leben hindernden Seelentümern krankenden Welt,und eine Lust am Weltweit-Technisch-Rationalen ver-bindet sich damit, die schließlich so beherrschend wird,