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Goethe und die Demokratie
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GOETHE UND DIE DEMOKRATIE

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er diesefurchtbaren Bedingungen nicht nur ahnte,sondern daß er sie kannte? Wer zweifelt, daß alles, waswir an Vorstellungen von Harmonie, glücklicher Aus-gewogenheit und Klassizität mit Goethes Namen ver-binden, nichts leichthin Gegebenes, sonder eine gewaltigeLeistung war, das Werk von Charakterkräften, durchwelche gefährlichste und möglicherweise zerstörerischeAnlagen überwunden, genützt, verklärt, versittlichtwurden, zum Guten und Großen gewendet und ge-zwungen ? Sein Dasein kann einem wohl als ein Messer-tanz von Schwierigkeit und Liebe zur Fazilität erscheinen,als ein Nur-gerade-möglich, das gleich auch noch Geniewar mag sein, Genie ist immer ein Nur-eben-möglich.Man hat dieses Leben ein Kunstwerk genannt, man solltees ein Kunststück nennen. So hat er selbst es gekenn-zeichnet in dem Spruch, den er sich hätte zur Grabschriftbestellen können:

Wohl kamst du durch, so ging es allenfalls.

Machs einer nach und breche nicht den Hals!

Ich war entzückt, als ich in dem ausgezeichneten Buchvon Barker Fairley, A Study of Goethe , diese Worte las:

He did not foresee the coming, in the Century after him, of apoint of view that would have preferred to have him go to pieces atall costs like a good poet than make a success of things, and if he hadforeseen it there was something in him, fortunately, that would haverejected it. F or if the impulse to survive is more valuable to humanitythan the impulse to perish, then the life and work of Goethe, as wenow have it, means more than it could possibly have meant if he hadcrumpled under the pressure of himself or failed to do what he did.

Diesesto make a success of things, dieser der Mensch-heit nützliche Wille zu überleben, hat er nicht etwasDemokratisches im Vergleich mit und im Gegensatzzu dem aristokratisch-poetischen Willen zum Unter-