verschleppt werde, und sich um den Einzelfall ge-nauestens kümmerte.
Ja, eigensinnig und despotisch war er, bis zum Mes-quinen und bis zum Grandiosen. Niemand durfte ohneseine Erlaubnis reisen; erhielt man sie aber, so bestimmteder König auf Heller und Pfennig das Reisegeld, dasman mitnehmen durfte: für den Bürger so viel, für denJunker ein wenig mehr. Und dann setzte er alle Welt inein ehrfürchtiges Staunen durch Unternehmungen, dieetwas Übermenschliches und Phantastisches hatten, wiedies, daß er das Meer mit gewaltigen Dämmen be-kämpfte und ihm Landstriche wieder abgewann, die schonseit Jahrhunderten der Flut verfallen gewesen waren;oder daß er die Sümpfe pflügte, Moräste in Saatfelderverwandelte, indem er mit zehntausend Spaten Kanäledurch das Bruchland der Oder zog, — unempfindlichgegen die Leiden der Arbeiter, welche am Sumpffieberhinsiechen mochten, da sie der Zukunft zum Opfer fielenund seinem ungeduldigen Willen. Wünschte ein Fremdereinen guten Platz bei der Parade, so mußte er anden König schreiben, und Friedrich antwortete ihm eigen-händig. Aber eben dieser König erklärte eines Tages, daßer zu der Verrottung und dem Formel-Hokuspokus deröffentlichen Rechtsprechung nicht stilleschweigen, sondernsich selbst darein melieren werde und schuf das allgemeineLandrecht, — eine kühne, große Reform, ein Werkder Vernunft und der Billigkeit, das zu bewundern,das zu studieren man allerwärts sich genötigt fand.