alten Analytiker galt, der dort seinen Sitz hatte, seinemwahren und eigentlichen Feinde - dem Philosophenund Entlarver der Neurose, dem großen Emüch-terer, dem Bescheidwisscr und Bescheidgeber selbstüber das „Genie”.
Ich frage mich, ob die abergläubischen Vorstel-lungen, die sonst den Begriff des „Genie” umgaben,noch stark genug sind, daß sie uns hindern sollten,unsern Freund ein Genie zu nennen. Warum dennnicht, wenn’s ihm Freude macht? Der geistigeMensch ist beinahe ebenso sehr auf Wahrheiten aus,die ihm wehe tun, wie die Esel nach Wahrheitenlechzen, die ihnen schmeicheln. Wenn Verrücktheitzusammen mit Besonnenheit Genie ist (und das isteine Definition!), so ist der Mann ein Genie: Umso freimütiger versteht man sich zu dem Anerkennt-nis, weil Genie eine Kategorie, aber keine Klasse,keinen Rang bezeichnet, weil es sich auf den aller-verschiedensten geistigen und menschlichen Rang-stufen manifestiert, aber auch auf den tiefsten nochMerkmale aufweist und Wirkungen zeitigt, welchedie allgemeine Bezeichnung rechtfertigen. Ich willes dahin gestellt sein lassen, ob die Geschichte derMenschheit einen ähnlichen Fall von moralischemnnd geistigem Tiefstand, verbunden mit dem Mag-netismus, den man „Genie” nennt, schon gesehenhat, wie den, dessen betroffene Zeugen wir sind. Aufjeden Fall bin ich dagegen, daß man sich durch einsolches Vorkommnis das Genie überhaupt, das Phä-nomen des großen Mannes, verleiden läßt, das zwar
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