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Der Bruder : Tagebuchblätter
Entstehung
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chen und den Vorgängen in einer politischen Massen-versammlung Europas? Es gibt keinen - oder viel-mehr, es gibt immerhin einen: den Unterschied zwi-schen Exotik und Unappetitlichkeit.

Ich war sehr jung, als ich inFiorenza die Herr-schaft von Schönheit und Bildung über den Haufenwerfen ließ von dem sozial-religiösen Fanatismus desMönches, derdas Wunder der wiedergeborenenUnbefangenheit verkündete. DerTod in Vene-dig weiß manches von Absage an den Psychologis-mus der Zeit, von einer neuen Entschlossenheit undVereinfachnung der Seele, mit der ich es freilichein tragisch Ende nehmen ließ. Ich war nicht ohneKontakt mit den Hängen und Ambitionen der Zeit,mit dem, was kommen wollte und sollte, mit Stre-bungen, die zwanzig Jahre später zum Geschreider Gasse wurden. Wer wundert sich, adß ichnichts mehr von ihnen wissen wollte, als sie aufden politischen Hund gekommen waren und sichauf einem Niveau austobten, vor dem nur pri-mitivitätsverliebte Professoren und literarische La-kaien der Geistfeindlichkeit nicht zurückschrecken?Es ist ein Treiben, das einem die Ehrfurcht vor denQuellen des Lebens verleiden könnte. Man muß eshassen. Aber was ist dieser Haß gegen denjenigen,den der Exzedent des Unbewußten dem Geist undder Erkenntnis entgegenbringt! Wie muß ein Menschwie dieser die Analyse hassen! Ich habe den stillenVerdacht, daß die Wut, mit der er den Marsch aufeine gewisse Hauptstadt betrieb, im Grunde dem

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