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Der Bruder : Tagebuchblätter
Entstehung
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Es ist unratsam, aus der Vehemenz der ErfüllungSchlüsse zu ziehen auf das Maß, die Tiefe der latentenund heimlichen Würde, die unter der Ehrlosigkeitdes Puppenstandes zu leiden hatte, auf die außer-ordentliche Spannungsgewalt eines Unterbewußt-seins, dasSchöpfungen solchen ausladenden undaufdringlichen Stils zeitigt. Das Al Fresco, der großehistorische Stil ist ja nicht Sache der Person, sonderndes Mediums und Wirkungsgebietes: der Politik oderDemagogie, die es auf eine lärmende und opferreicheWeise mit Völkern und vielumfassenden Massen-schicksalen zu tun hat, und deren äußere Großartig-keit garnichts für die Außerordentlichkeit des see-lischen Falles beweist, für das eigene Format dieseseffektreichen Hysterikers. - Aber auch die Uner-sättlichkeit des Compensations-und Selbstverherr-lichungstriebes ist da, die Ruhelosigkeit, das Nie-sich-Genüge-tun, das Vergessen der Erfolge, ihrrasches Sichabnutzen für das Selbstbewußtsein, dieLeere und Langeweile, das Nichtigkeitsgefühl, so-bald nichts anzustellen und die Welt nicht in Atemzu halten ist, der schlaflose Zwang zum Immer wiedersich neu beweisen müssen...

Ein Bruder... Ein etwas unangenehmer und be-schämender Bruder; er geht einem auf die Nerven,es ist eine reichlich peinliche Verwandtschaft. Ichwill trotzdem die Augen nicht davor schließen, dennnochmals: besser, aufrichtiger, heiterer und produk-tiver als der Haß, ist das Sich wieder erkennen, dieBereitschaft zur Selbstvereinigung mit dem Hassens-

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