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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Leichtigkeit und Deutlichkeit rufe ich mir noch heute dasBild eines hageren fränkischen Weibes zurück, auf einer An-höhe stehend, die unsere Batterie umfuhr, und an deren Pussdie Reste eines zerschossenen Dorfes qualmten.Ich bin dieLetzte! rief sie mit tragischer Gebärde, wie sie einer deut-schen Frau nicht gegeben gewesen wäre, uns zu.Je suis laderniäre! Und mit erhobenen Fäusten den Fluch über unsereKöpfe hinaus schleudernd, wiederholte sie dreimal: "M6chants!Mfechants! Mfechants!"

Wir sahen woanders hin; wir mussten siegen, und dies wardas harte Handwerk des Sieges. Dass ich mich elend fühlteauf meinem Braunen, von bösem Husten und Gliederreissen ge-plagt infolge nassen Nächtigens unter Zeltbahn, gereichtemir zu einer gewissen Beruhigung.

Noch viele Dörfer zerschossen wir, getragen auf Fittichen.Dann kam das Unverständliche, scheinbar Unsinnige: derRückzugsbefehl. Wie hätten wir ihn begreifen sollen? Wirgehörten zur Heeresgruppe Hausen, die südlich von Chalons-sur-Marne in vollem Vordringen auf Paris begriffen war, sogut wie anderen Ortes die des von Kluck. Wir waren des unge-wahr, dass irgendwo nach fünftägiger Schlacht der Franzoseden rechten Flügel von Bülows eingedrückt hatte, - Grundgenug für die ängstliche Gewissenhaftigkeit eines Oberbefehls-habers, der von Onkels wegen an seinen Platz erhoben wordenwar, das Ganze zurückzunehmen. 7/ir passierten dieselben Dör-fer wieder, die wir qualmend im Rücken gelassen hatten, auchden Hügel, auf dem das tragische Weib gestanden. Sie warnicht mehr da.

Die Fittiche hatten getrogen. Es hatte nicht sein sol-len. Der Krieg war nicht in raschem Ansturm zu gewinnengewesen - so wenig wie die zu Hause verstanden wir, was dasbedeutete. Wir verstanden nicht den frenetischen Jubel dertfelt über den Ausgang der Marneschlacht, und dass damit aus dem

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