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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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sei. Schon Helmholtz habe angenommen, dass das Leben durchMeteoriten von anderen Sternen zur Erde gebracht worden sei,und seither sei der Zweifel gewachsen, ob es ursprünglichauf Erden zu Hause sei. Er seinerseits habe es aus besterQuelle, dass es von Nachbarsternen stamme, die in eine ihmungleich günstigere, viel Methan und Ammoniak enthaltendeAtmosphäre gehüllt seien, wie Jupiter, Mars und Venus. Vonihnen, oder von einem ihnen, er überlasse mir die Wahl, seidas Leben einmal, getragen von kosmischen Wurfgeschossen,oder einfach durch Strahlendruck, auf unseren eher sterilenund imschuldigen Planeten gelangt. Mein humanistischer HomoLei, diese Krone des Lebens, sei also mitsamt seiner Ver-pflichtung auß Geistige mutmasslich das Produkt der Sumpfgar-Pertilität eines Nachbargestirns...

- Die Blüte des Bösen, wiederholte ich kopfnickend.

- Und blühend in Bösheit zumeist, setzte er hinzu.

So neckte er mich, nicht nur mit meiner wohlwollendenWeltanschauung, sondern auch mit der während dieses Gesprächesin grillenhafter Laune immer festgehaltenen Vortäuschungeiner gewissen besonderen, persönlichen, direkten Informiert-heit seinerseits über die Bewandtnisse von Himmel und Erde.Ich wusste nicht,"hätte es mir aber sagen können, dass esmit alldem auf ein Werk hinauswollte, nämlich auf die kosmi-sche Musik, mit der er sich damals, nach der Episode derneuen Lieder trug. Es war die erstaunliche einsätzige Sym-phonie oder Orchester-Phantasie, die er während der letztenMonate des Jahres 1913 und der ersten von 1914 ausarbeitete,und die den Titel "Die Wunder des Alls" erhielt, - sehr gegenmeinen Wunsch und Vorschlag. Lenn ich scheute die Frivoli-tät jener Überschrift und riet zu dem Namen "Symphonia cos-mologica". Aber Adrian bestand lachend auf der anderenscheinpathetisch-ironischen Benennung, die den Wissenden al-lerdings besser auf den durch und durch skurrilen und grotes-

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