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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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hat auf Unwissenheit bestanden aus Humanität. Du siehst,dein Humanismus ist reines Mittelalter. Seine Sache ist ei-ne Kaisersascherner Kirchturmskosmologie, die zur Astrolo-gie, zur Beachtung des Planetenstandes, der Konstellationund ihrer glücklichen oder verderblichen Ansagen führt, -ganz natürlich und mit Recht; denn die intime Abhängigkeitder Körper einer so eng zusammengehörigen kosmischen Winkel-gruppe, wie unseres Sonnensystems, von einander, ihr innig-nachbarlicher gegenseitiger Bezug liegt ja auf der Hand.

- Von astrologischer Konjunktur haben wir schon einmalgesprochen, fiel ich ein. - Es ist lange her, wir gingenum die Kuhmulde spazieren, und es war ein musikalisches Ge-spräch. Damals hast du die Konstellation verteidigt.

- Ich verteidige sie auch heute, antwortete er. - Astro-logische Zeiten wussten sehr viel. Sie wussten oder ahntenDinge, auf die heute die ausgedehnteste Wissenschaft wiederverfällt. Dass Krankheiten, Seuchen, Epidemieen mit dem Ster-nenstande zu tun haben, war jenen Zeiten eine intuitive Gewissheit. Heute ist man so weit, darüber zu debattieren, ob nichtKeime, Bakterien, Organismen, die, sagen wir, eine Influen-za-Epedemie auf Erden erregen, von anderen Planeten, Mars,Jupiter oder Venus stammen.

Und nun erzählte er mir, wie ein kalifornischer Gelehrterlebende Bakterien eingeschlossen gefunden haben wolle inMeteoriten, die Millionen von Jahren alt gewesen seien.

Man könne ihm das nicht gut als unmöglich nachweisen, da fest-stehe, dass Keime, lebende Zellen, Kältegraden standhaltenkönnten, die dem absoluten Nullpunkt, Minus 273 Grad Celsius,der Temperatur des interplanetaren Raumes, mindestens nahekämen. Ansteckende Krankheiten, Seuchen wie die Pest, derSchwarze Tod, seien wahrscheinlich nicht von dieser Erde,zumal, da fast gewiss das Leben selbst und überhaupt seinenUrsprung nicht auf Erden habe, sondern von aussen eingewandert

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