Ihre Frucht sollte, kann und wird ein religiös tingierterHumanismus sein, bestimmt von dem Gefühl für das transzen-dente Geheimnis des Menschen, von dem stolzen Bewusstsein,dass er kein bloss biologisches Wesen ist, sondern mit einementscheidenden Teil seines Wesens einer geistigen Welt ange^hört; dass ihm das Absolute gegeben ist, die GedankenderWahrheit, der Freiheit, der Gerechtigkeit, dass ihm die Ver-pflichtung auferlegt ist zur Annäherung an das Vollkommene.
In diesem Pathos, dieser Verpflichtung, dieser Ehrfurcht desMenschen vor sich selbst ist Gott; in hundert MilliardenMilchstrassen kann ich ihn nicht finden.
- So bist du gegen die Werke, anwortete er, - und gegendie physische Natur, der der Mensch entstammt und mit ihmsein Geistiges, das sich am Ende auch noch an anderen Ortendes Kosmos findet. Die physische Schöpfung, dieses dir är-gerliche Ungeheuer von Weltveranstaltung, ist imstreitig dieVoraussetzung für das Moralische, ohne die es keinen Bodenhätte, und vielleicht muss man das Gute die Blüte des- Bösennennen - une fleur du mal. Dein Homo Dei ist doch schliess-lich - oder nicht schliesslich, ich bitte um Entschuldigung,aber vor allem einmal, ein Stück scheusslicher Natur - miteinem nicht gerade freigebig zugemessenen Quantum potentiel-ler Vergeistigung. Übrigens ist es amüsant, zu sehen, wie sehrdein Humanismus, und wohl aller Humanismus, zum Mittelalter-lich-Geozentrischen neigt, - mit Notwendigkeit offenbar.Populärer Weise hält man den Humanismus für wissenschafts-freundlich; aber er kann es nicht sein, denn man kann nichtdie Gegenstände der Wissenschaft für Teufelswerk erachten,ohne auch in ihr selbst dergleichen zu sehen. Das ist Mittel-alter. Das Mittelalter war geozentrisch und anthropozentrisch.Die Kirche, in der es überlebte, hat sich gegen die astro-nomischen Erkenntnisse im humanistischen Geist zur Wehr ge-setzt, hat sie verteufelt und verboten zu Ehren des Menschen,
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