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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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ihn, wenn auch nicht für seinen Mentor oder Cicerone, dem erdies Erlebnis abgefordert hatte, und den die Sache kühlerliess, da es nicht seine erste Niederfahrt war. Ihre Lageim engen Inneren der zwei Tonnen schweren Hohlkugel war nichtsweniger als bequem gewesen, dafür aber hatte das Bewusstseinder absoluten Zuverlässigkeit ihrer Behausung sie entschä-digt: durchaus wasserdicht gebaut wie sie war, einem gewal-tigen Druck gewachsen, versehen mit einem ergiebigen Sauer-stoff-Vorrat, Telephon, Starkstrom-Scheinwerfern und Quarz-fenstern zur Ausschau nach allen Seiten. Etwas länger alsdrei Stunden, alles in allem, hatten sie unter dem Meeresspie-gel darin verweilt, die ihnen im Fluge vergangen waren dankden Gesichten und Einblicken, die ihnen gestattet gewesenin eine Welt, deren stille, närrische Fremdheit sich durchihre angeborene Kontaktlosigkeit mit der unsrigen rechtfertig-te, sich gewissermassen aus ihr erklärte.

Immerhin war es ein seltsamer, das Herz einwenig stockenmachender Augenblick gewesen, als, eines Morgens um 9 Uhr,die vierhundert Pfund schwere Panzertür sich hinter ihnengeschlossen hatte und sie vom Schiffe herabgeschwebt und dannins Element getaucht waren. Anfangs hatte das kristallklare,von der Sonne durchleuchtete Wasser sie umgeben. Aber dieseErhellung des Inneren unseres '.'Tropfens am Eimer" durch dasobere Licht reicht nur etwa 57 Meter hinabj dann hört allesauf, vielmehr: eine neue, bezuglose und nicht mehr heimat-liche Welt beginnt, in welche Adrian mit seinem Führer biszum beinahe Vierzehnfachen dieser Tiefe, auf rund 2500 Fussvorgedrungen sein und dort wohl eine halbe Stunde verweilthaben wollte, beinahe jeden Augenblick eingedenk der Tatsache,iass nun ein Druck von 500 000 Tonnen auf ihrer Wohnung la-stete.

Allmählich,auf dem Wege dorthin, hatte das Wasser einegraue Farbe angenommen, - diejenige eines Dunkels also, das

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