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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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Lebens dort unten, wohin kein Sonnenstrahl dringt, waren dasErste, wovon Adrian mir erzählte - und zwar auf eine besondere,wunderliche Weise, die mich zugleich amüsierte und verwirr-te, nämlich im Stil eigener Anschauung und persönlichen Da-beigewesenseins .

Selbstverständlich hatte er von diesen Dingen nur gele-sen, hatte sich Bücher darüber verschafft und seine Phantasiedamit gespeiätj aber sei es nun, weil er so sehr bei derSache gewesen war, sich dieser Bilder so klar bemächtigt hat-te, oder aus was für einer Laune immer: Er fingierte, dasser selber hinabgefahren sei, nämlich in der Gegend der Bermu-da-Inseln, einige Seemeilen östlich von St. Georg, und sichdie natürlichen Phantastereien des Abgrundes von einem Beglei-ter habe zeigen lassen, den er als einen amerikanischen Gelehr-ten namens Capercailzie charakterisierte, und mit dem er ei-nen neuen Tiefenrekord aufgestellt haben wollte.

Ich erinnere mich dieser Unterhaltung sehr lebhaft. Ichgenoss sie an einem Wochenende, das ich in Pfeiffering verbrach-te, nach der einfachen Abendmahlzeit, die Clementine Schwei-gestill uns im grossen Klavierzimmer aufgetischt hatte.Freundlich hatte die streng gekleidete dann einem jeden vonuns einen irdenen Halbliter-Krug Bier in die Abtsstube ge-bracht, und dort sassen wir, Zechbauer-Cigarren rauchend,leichte und gute. Es war um die Stunde, wo Suso, der Hund,Kaschperl also, schon von der Kette los war und frei um denHof strich.

Da also gefiel Adrian sich in dem Scherz,mir höchst an-schaulich vorzuerzählen, wie er mit Mr. Capercailzie einekugelförmige Tauchergondel von nur 1,20 m Innendurchmesserund ausgerüstet ungefähr wie ein Stratosphärenballon, bestie-gen habe und sich mit ihm darin durch den Kran des Begleit-schiffes in das hier ungeheur tiefe Meer habe versenken las-sen. Es war mehr als aufregend gewesen, - wenigstens für

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