wegen, wie es darum stand. Erst später habe ich die Kompo-sition der "Frühlingsfeyer" als das werbende Sühneopfer anGott verstehen gelernt, das es war: als ein Werk der attri-tio cordis, geschaffen, wie ich schaudernd vermute, unterden Drohungen jenes auf seinem Schein bestehenden Besuchers,
Aber noch in einem andern Sinn habe ich die persönlichenund geistigen Hintergründe, dieser auf Klopstocks Gedichtfussenden Produktion damals nicht verstanden. Ich hätte siein Verbindung bringen sollen mit Gesprächen, die ich um jeneZeit mit ihm führte, oder die vielmehr er mit mir führte,indem er mir, höchst lebhaft, höchst angelegentlich, von Stu-dien und Forschungen erzählte, die meiner Neugier, meinerArt von wissenschaftlichem Sinn immer ganz ferne lagen; auf-regende Bereicherungen seines Wissens von der Natur und vomKosmos, mit denen er mioh sehr an seinen Vater und dessensinnige Manie erinnerte, "die elementa zu spekulieren".
Für den Komponisten der "Frühlingsfeyer" traf nämlich dieAussage des Dichters nicht zu, dass er davon abstehe, "sichin den Ozean der Welten alle zu stürzen" und nur um den"Tropfen am Eimer", um die Erde nur schweben und anbeten wol-le. Er stürzte sich allerdings in das Unermessliche, dasdie astrophysische Wissenschaft zu messen sucht, nur umdabei zu Massen, Zahlen, Grössenordnungen zu gelangen, zudenen der Menschengeist gar kein Verhältnis mehr hat, unddie sich im Theoretischen und Abstrakten, im völlig Unsinn-lichen, um nicht zu sagen: Unsinnigen verlieren. Übrigenswill ich nicht vergessen, dass es mit einem Schweben um den"Tropfen", der ja diesen Namen nicht übel verdient, da erüberwiegend aus Wasser, aus den Wassern der Meere besteht,und der bei Gelegenheit de3 Gesamtwurfes "auch der Hand desAllmächtigen entrann", - dass es, sage ich, mit Erkundungenüber ihn und seine dunklen Verstecktheiten doch seinen Anfangnahm; denn die Wunder der Meerestiefe, die Tollheiten des
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