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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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war, sie zu umkränzen: nicht, um sie vollkommener zu machen -denn sie sind vollkommen sondern um ihre stolze, schwer-mutsvolle Anmut stärker zu artikulieren und ins Relief zutreiben, dem kostbaren Augenblick ihrer Einzelheiten vollereDauer zu verleihen, als dem gehauchten Wort vergönnt ist:solchen Augenblicken gedrängter Bidlhaftigkeit, wie, in derdritten Strophe der "Melancholie", die Aussage von dem "so-vran shrine", den die verschleierte Schwermut im Tempel desEntzückens selbst besitze, - von niemandem gesehen freilich,als von dem, dessen kühne Zunge die Weinbeere der Lust anzartem Gaumen zu sprengen wisse, - was einfach glänzend istund schwerlich der Musik etwas zu sagen übrig lässt. Mag sein,dass sie nur vermeiden kann, ihm zu schaden, indem sie esverlaigpamend mitspricht. Ich habe oft sagen hören, ein Ge-dicht dürfe nicht zu gut sein, um ein gutes Lied abzugeben.

Die Musik sei viel besser daran bei der Aufgabe, das lässigezu vergolden. So glänzt virtuose Schauspielkunst am hellstenin schlechten Stücken. Aber Adrians ¥erhältnis zur Kunstwar zu stolz und kritisch, als dass er Lust gehabt hätte,sein Licht in der Finsternis leuchten zu lassen. Er musstegeistig wahrhaft hoch achten, wo er sich als Musiker aufge-rufen fühlen sollte, und so war auch das deutsche Gedicht,dem er sich produktiv hingegeben, vom höchsten Range, wennauch ohne die intellektuelle Distinktion der Keatsehen Ly-rik. Für diese literarische Erlesenheit trat hier ein Mo-numentaleres, das hochgestimmte und rauschende Pathos reli-giös-hymnischer Lobpreisung ein, das mit seinen Anrufungenund Schilderungen von Majestät und Milde der Musik sogarmehr vergab, ihr treuherziger entgegenkam, als der griechi*sehe Adel jener britischen Bildungen.

Es war Klopstocks Ode "Die Frühlingsfeyer", der berühmteGesang vom "Tropfen am Eimer", den Leverkühn, mit wenigentextlichen Kürzungen, für Baryton, Orgel und Streichorchester