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Doktor Faustus : das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn, erzählt von einem Freunde
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rung aller musikalischen Dimensionen, ihre Indifferenz gegeneinander kraft vollkommener Organisation.

- Ich verstehe nicht ganz.

- Die Musik ist ein TCildwuchs, sagte er. - Ihre verschie-denen Elemente, Melodik, Harmonik, Kontrapunkt, Form und In-strumentation haben sich historisch planlos und imabhängig

von einander entwickelt. Immer, wenn ein isoliertes Material-bereich geschichtlich vorwärtsgebracht und höher gestuft wur-de, blieben andere zurück und sprachen in der Einheit desWerkes dem Entwicklungsstand Hohn, der durch die fortgeschrit-tenen behauptet wurde. Kimm etwa die Rolle, die der Kontrapunktin der Romantik spielte. Er ist dort blosse Dreingabe zumhomophonen Satz. Entweder ist er eine äusserliche Kombinationhomophon gedachter Themen oder die nichts als ausschmückendeUmkleidung des harmonischen Chorals mit Sehe ins timmmen.

Aber wahrer Kontrapunkt verlangt nach der Simultaneität selb-ständiger Stimmen. Ein melodisch-harmonisch, angelegter Kon-trapunkt, wie der spätromantische, ist keiner... \7as ich mei-ne ist: Je weiter die einzelnen Materialbereiche entwickeltund manche sogar verschmolzen werden, wie in der RomantikInstrumentalklang und Harmonie, desto anziehender und gebieten-der wird die Idee einer rationalen Durchorganisation des ge-samten musikalischen Materials, die aufräumte mit anachro-nistischen Missverhältnissen und verhinderte, dass einElement zur blossen Funktion der anderen wird, wie zur ro-mantischen Zeit die Melodik zur Funktion der Harmonik wurde.

Es gälte alle Dimensionen gleich zu entwickeln und alle soauseinander hervorzuhringen, dass sie konvergieren. Auf dieuniversale Einheit der musikalischen Dimensionen käme es an.

Ganz zuletzt geht es um die Aufhebung des Gegensatzes vonpolyphonem Fugenstil und homophonem Sonatenwesen.

- Siehst du einen '.7eg dazu?

- Weisst du, fragte er dagegen, - wo ich einem strengen

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